Es geht zu Ende

Sonntag, 14.02.2010

So langsam aber sicher neigt sich unser Aufenthalt in Sydney dem Ende zu. Noch ganze vier Praktikumstage verbleiben, bevor wir am Freitag nach Townsville fliegen, wo wir dann unsere Tour an der Ostküste entlang bis zurück nach Sydney beginnen. Das letzte Wochenende in dieser wunderschönen Stadt wollten wir natürlich noch einmal voll auskosten.

Nach der Arbeit nutzen wir am Freitag trotz schlechten Wetters einmal die Gelegenheit über die berühmte Habour Bridge zu laufen. Obwohl sich Sydney an diesem Tag leider wieder einmal grau in grau präsentierte konnten wir von dort einige schöne Fotos schießen. Die Konstruktion der Brücke und den Blick, den man von ihr aus genießt, sind sehr eindrucksvoll. Auf der anderen Seite angekommen haben wir mal einen schnellen Blick in den Luna Park, ein kleiner Themenpark am Fuße der Brücke, geworfen, bevor wir uns in North Sydney einen gemütlichen Pub zum Abendessen suchten. Auf dem Weg nach Hause wären wir dann beinahe abgesoffen, weil ein tropisches Gewitter für ungelogen teils knietiefes Wasser auf den Straßen sorgte. Was vom Bus aus noch recht lustig anzusehen war wurde dann auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Haustür doch etwas nass.

Wer in Sydney etwas auf sich zählt, der schaut am Wochenende gerne einmal beim Pferderennen vorbei. Dabei geht es in erster Linie nicht wirklich um die Rennen sondern bei den Männern mehr ums Wetten und Bier trinken und bei den Frauen ums Aussehen und Schampus schlürfen. Zum Teil nimmt das dann manchmal schon recht groteske Züge an, weil die aufegtakelte Damenschaft mit der Zeit doch kräftig blau wird und die Männer je nach Wettertrag entweder überschwänglich oder zerknirscht. Dabei zu sein macht trotzdem eine Menge Spaß und obwohl wir natürlich nicht wirklich eine Ahnung hatten, haben wir beim Wetten insgesamt sogar ein bisschen Geld gewonnen.

Unsere feine Kleidung konnten wir für den Abend auch gleich anbehalten, da hatten wir nämlich Karten für ein Konzert in der Sydney Opera gebucht. Die Sydney Symphony spielte in der großen Conert Hall Mahlers erste Symphonie. Allein das berühmte Gebäude und seine große Konzerthalle einmal von innen zu sehen war schon ein Erlebnis, das von der musikalischen Leistung des Orchesters aber noch einmal getoppt wurde. Die bezaubernde Musik Mahlers gepaart mit absoluter musikalischer Spitzenklasse ließen einen wirklich ins Schwärmen kommen.

Den Sonntag und gleichzeitig Valentinstag wollten wir ja eigentlich ganz unromantisch mit Surfen am Strand verbringen, aber nachdem wir uns gegen Mittag endlich aufgerafft hatten wurde auch daraus nicht. Es regnete mal wieder. Dafür muss dann gleich eben ein kleines Abendessen beim Thailänder und ein Kinobesuch in Valentine's Day (wie passend) herhalten. Ab morgen startet dann die letzte Woche und für unseren letzten vier Bürotage sagt der Wetterbericht natürlich wieder Sonne pur voraus. Murphy lässt grüßen...

Regen, Regen, Regen

Sonntag, 07.02.2010

Vieles in Sydney ist dem großen Vorbild London nachgeahmt. Beim Wetter scheint man sich nun auch näherzukommen. Während das Wetter bis Ende Januar absolut sonnig und freundlich war und einen immer dazu gedrängt hat, das Haus zu verlassen, hat mittlerweile trübes Grau Einzug gehalten. Meistens kommt zwischendurch zwar immer nochmal die Sonne durch und der Regen ist nur kurz und heftig, doch seit gestern scheint irgendwie vollends der Wurm im Wetter zu sein. Oder Petrus hat schlecht gefrühstückt - ich weiß es nicht.

Obwohl es wirklich den ganzen Tag ununterbrochen geregnet hat, haben wir uns am gestrigen Samstag auf den Weg zu Paddy's Market gemacht, der uns von verschiedenen Seiten empfohlen wurde. Paddy's Market liegt jedoch mitten in Chinatown im Untergeschoss eines Einkaufszentrums und hat auch ein entsprechendes Angebot: Ramsch! Immerhin war das Einkaufszentrum Market City recht schön und wir konnten uns mit einer leckeren japanischen Nudelpfanne und einem frischen Fruchtjoghurt verköstigen. Eine besondere Erfahrung waren die zwei chinesichen Nerds, die im Bus hinter uns saßen und sich wohl seit 3 Tagen nicht mehr gewaschen geschweige denn Zähen geputzt hatten und aus allen Poren nach Schweiß und Knoblauch stanken. So etwas Ekliges habe ich in meinem Leben noch nicht gerochen. Ich bin ja auch keine Körperpflegefanatiker, aber der Geruch, den die beiden halbgaren Frühlingsrollen da abgesondert haben, hat uns letzenendes dann doch zum Umsetzen veranlasst.

Für den vorletzten Samstagabend in Sydney hatten wir uns dann zusammen mit einer Freundin von Julie vorgenommen die Bars, Pubs und Clubs unsicher zu machen. Dafür haben wir uns ein Ticket für den OZ Partybus gekauft, der einen zu vier verschiedenen Locations fuhr, wo man jeweils freien Eintritt und ein Freigetränk erhielt. Der Bus selbst war auch mit einer beachtlichen Anlage und einem DJ-Pult ausgerüstet, sodass auch zwischendurch für beste Unterhaltung gesorgt war. Leider hatten wir es verpasst vor dem Start der Tour etwas Vernünftiges zu Essen. Dazu war es nach erfolgreichem "Vorglühen" irgendwie etwas zu knapp geworden. Den Partybus kann man auf jeden Fall nur empfehlen, auch wenn einige Mitreisende doch ziemlich offensichtlich auf ein nächtliches Liebesabenteuer aus waren.

Der ebenfalls graue Sonntag musste in erster Linie zum Ausnüchtern und Gammeln herhalten. Muss ja auch mal sein. Außerdem kommt man dann endlich mal wieder dazu, etwas in seinen Blog zu schreiben.

Australia Day

Mittwoch, 27.01.2010

Was den Deutschen ja völlig abgeht ist ein echter Nationalfeiertag. Während Frankreich, USA und andere Länder die Korken und Böller knallen lassen, sitzen wir am 3.Oktober brav zu Hause und freuen uns darüber nicht arbeiten gehen zu müssen. Stolz auf das eigene Land wird dabei aber kaum versprüht, schließlich haben wir eine schlimme Vergangenheit und nichts zu feiern.

Ganz anders die Australier. Am 26. Januar wird die Gründung Australiens so richtig begossen. 1788 ist an diesem Datum die britische First Fleet in Sydney Cove angelandet. In den Medien sind die Tage vor dem Australia Day von eindringlichen Warnungen vor den Gefahren des Alkohols geprägt. Nicht ganz zu Unrecht, denn der Australia macht am Nationalfeiertag vor allem eins - Trinken. Manche stilvoll beim beliebten Barbecue auf der Terasse, manche hemmungslos am Strand oder auf diversen Parties. Wie bereits an Sylvester und beim Sydney Festivla lässt sich die Stadt Sydney aber auch am Australia Day nicht lumpen und fährt ein sagenhaftes Programm auf. Da wir vom Wochenende in Melbourne doch noch recht geplättet waren, entschieden wir uns allerdings, Programm Programm sein zu lassen und den Tag zur Erholung am Strand zu nutzen. Abends haben wir uns dann aber doch noch dazu aufgerafft, das Feuerwerk in Darling Habour anzuschauen. Eingerahmt von einem bunten Programm auf einer schwimmenden Bühne mit Konzert und Tanz war das Feuerwerk mal wieder ein einmaliges Erlebnis. Eine kleine Flotte von weißen Segeljachten und kleine Jetskis mit Goldfontänen haben einen ziemlich majestätischen Eindruck erzeugt. Vorher wurde natürliche die Nationalhymne gespielt und auch der Unterdrückung der Aborigines gedach. Die  waren über die Landung der First Fleet und dem anschließenden Gebahren der Briten nämlich gar nicht so begeistert. Für die Australier trotzdem kein Grund mit ihrem Nationalstolz hinter dem Berg zu halten. Davon könnte man sich im bösen Germany mal eine Scheibe abschneiden.

Melbourne

Montag, 25.01.2010

Wenn sie nach einer Stadt in Australien gefragt werden, kommt den meisten wohl ohne zu zögern Sydney über die Lippen. Mit Oper und Harbour Bridge als Wahrzeichen ist Sydney in Übersee eben doch ein Stück bekannter, als das etwas kleinere Melbourne.

Melbourne nennt sich selbst die Stadt des Sports und hat diesen Namen auch redlich verdient. Schließlich finden hier jedes Jahr unter anderem ein Formel 1 Grand Prix und ein Grand Slam Turnier statt. Letzteres war dann auch Anlass für unseren Besuch. Die Gelegenheit. mal bei den Australian Open vorbeizuschauen, ergibt sich schließlich auch nicht alle Tage. Deshalb flogen wir nach einem halben Praktikumstag am Freitag Nachmittag mit "Virgin Blue" Richtung Süden. Vom Flughafen Melbourne aus half einem der "Skybus" zunächst in die Stadt und dann zum eigenem Hostel, in unserem Fall die Jugendherberge Melbourne Oasis. Der Rest des Abends stand dann auch schon ganz im Zeichen des Sports. Schließlich spielte Kohlschreiber gegen Rafael Nadal. Da wir für den Abend noch keine Tickets hatten, trafen wir uns mit einer Freundin von Julie auf dem Federation Square, wo eine Großbildleinwand zum Public Viewing einlud.Leider kam es wie erwart und Kohlschreiber hatte trotz guter Leistung nicht wirklich eine Chance gegen die Nummer 2 der Weltrangliste. Dennoch ein schöner erster Abend bei angenehm lauwarmen Temperaturen.

Den Samstag verbrachten wir komplett auf dem eigentlichen Gelände der Australian Open. Für den Tag hatten wir uns einen sogenannten Ground Pass gekauft, der Zutritt zu allen Plätzen außer den beiden großen Arenen beinhaltete. Früh sicherten wir uns zwei Plätze auf dem drittgrößten Court des Geländes, der Margeret Court Arena, wo wir unter anderem Nikolay Davydenko und Fernando Verdasco spielen sehen konnten. Beide fertigten ihre in der Weltrangliste deutlich schlechter platzierten Gegner sang- und klanglos ab. Nach einem kleinen Rundgang über das Gelände am Nachmittag, wo natürlich jede Menge Fressbuden und Promotionzelte aufgestellt waren, bereiteten wir uns dann so langsam auf das Highlight des Tages vor. Für den Abend hatten wir uns nämlich Karten für die Hisense Arena gekauft und siehe da - Jo Wilfried Tsonga gegen Tommy Haas hieß die Begegnung, die zufällig dann dort ausgetragen wurde. Vor dem Spiel wurden wir noch von einer netten Dame interviewt, die als gebürtige Deutsche seit längerem in Melbourne lebt und für ein Internetportal der dortigen deutschen Community schreibt. Der entsprechenden Bericht ist hier nachzulesen. Leider konnte auch unser lautstarker Support dem alten Haasen nicht mehr wirklich auf die Sprünge helfen und nachdem er im vierten Satz eigentlich alles in der Hand gehabt hatte, war mit ihm dann auch der letzte Deutsche ausgeschieden. Schade! Nichts desto trotz waren die Australian Open ein absolut einmaliges Erlebnis. Das gute Wetter und eine durch und durch sportsmännische und faire Atmosphäre machen das Event einfach zu etwas Besonderem. Außerdem war die Organisation absolut perfekt. Klare Beschilderungen und guter An- und Abtransport machen die Menschenmassen einfach deutlich erträglicher.

Da wir uns natürlich auch noch etwas von der Stadt selbst ansehen wollten, stand am Sonntag ein ausgedehnter Stadtspaziergang auf dem Programm. Melbourne ist, das muss man einfach sagen, noch eine Ecke schöner als Sydney. Die vielfältige Architektur, die zahlreichen Stadien (neben Tennis sind noch riesige Fußball- und Cricketarenen vorhanden), zwei Kathedralen und ein wunderschöner Botanischer Garten lassen eigentlich nichts zu wünschen übrig. Zahlreiche Brücken schwingen sich über den Yarra und laden zum Flanieren auf den Boulevards oder der schmucken Fußgängerzone ein. Morgens konnten wir auf dem großen Victoria Market auch noch günstig einige Kleinigkeiten erstehen. Wer einmal die Gelegenheit hat, sich diese Stadt anzuschauen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

 

Surfkurs und Neujahrstag

Freitag, 01.01.2010

Am Dienstag hatte sich das Weihnachtsregentief über Sydney endlich wieder verzogen, und dass, obwohl die Wettervorhersage eigentlich noch einmal Regen vorhergesagt hatte. Zeit also, sich langsam um einen Surfkurs zu kümmern. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für einen Eintageskurs am Tag darauf. Ein längerer Kurs war durch Sylvester und das danach anstehende Wochenende leider nicht möglich. Dienstags erholten wir uns deshalb noch einmal am Bondi Beach, wo wir auch einen Kunstflieger beobachten konnten, der mit seinem Kondensstreifen Wörter an den Himmel schreiben konnte. Julie kämpfte außerdem mit unserem super billigen Sonnenschirm, der sich auch schon bei einem lauen Lüftchen wie eine Banane biegt.

Zum Surfkurs wurden wir erstmal mit einer halbstündigen Verspätung abgeholt. Zu fünft wurden wir von zwei Beinahe-Gigolos in einem kleinen Truck bis zu einem Strand außerhalb Sydneys gefahren, wo wir auch noch 15 weitere Kursteilnehmer auf uns warteten. Das klingt nach einem recht großen Kurs, aber die Größe spielt letzten Endes doch nur eine geringe Rolle. Ein Surfkurs besteht nämlich eigentlich nur aus einer halben Stunde Trockenübungen, bei der alle Kursteilnehmer auf ihren Boards am Strand im Halbkreis liegen und versuchen, möglichst bescheuert auszusehen. Angespornt werden sie dabei von einem Surflehrer in der Mitte des Halbkreises, der sich völlig zum Affen macht. Nach diesem wundersamen Ritual geht es ins Wasser und dann heißt es Üben, Üben,Üben. Deshalb ist ein Tag Surfkurs eigentlich auch ausreichen. Sobald man erklärt bekommen hat, wie es funktioniert, liegt es an einem selbst, was man daraus macht. Immerhin haben wir am Ende des Tages beide einmal auf dem Board gestanden. Was will man mehr?

Wenn es einen Tag im Jahr gibt, an dem es sich lohnt nach Sydney zu kommen, dann ist es wohl der 31. Dezember oder zu gut Englisch "New Years Eve". Natürlich versucht jeder, einen möglichst besten Blick auf die berühmte Harbour Bridge zu erlangen. Dazu geht man am besten zu einem der zahlreichen Aussichtspunkte oder "Vanatge Points", die eigens dafür eingerichtet werden. Wir entschieden uns für den Botanischen Garten oder genauer gesagt den Mrs. Macquaries Point, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Oper mit Harbour Bridge im Hintergrund hatte. Als wir den Eingang gegen 17 Uhr passierten, waren bereits 14.000 Besucher da (bei einer Gesamtkapazität von 20.000). Einige hatten sogar vor dem Eingang übernachtet um sich direkt morgens die besten Plätze zu sicher. Darunter glücklicherweise auch ein Bekannter von Julie, den wir zufällig trafen und deshalb an seinen goldenen Plätzen teilhaben konnte. Nun folgte das lange warten bis zum "Kinderfeuerwerk" um neun (etwa die Kategorie "Rhein in Flammen"), bevor es dann um zwölf Uhr richtig krachte. Das Video kann zumindest einen kleinen Eindruck geben.

 

 

Nach dem Feuerwerk machten sich viele - besonders die, die mit einer ganzen Campingausrüstung angereist waren und seit Stunden warteten - schon auf den Heimweg. Für uns ging es selbstverständlich noch in die Stadt, wo wir nach langer Telefonierei einige Kommilitonen von mir trafen und uns noch etwas im "Three Monkeys" vergnügten. Trotz des strikten Alkoholverbots auf den Straßen tanzten viele Jugendliche auch vor den Clubs und genossen die erste Nacht des neuen Jahres. Sylvester in Sydney ist auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis. Zu Hause angekommen, musste man per Internet natürlich schnell einige Neujahrsgrüße nach Deutschland schicken, dass zu diesem Zeitpunkt natürlich noch in 20009 "festhing". In diesem Sinne: "Frohes Neues"!

 

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